PORTRÄT Wladimir Kaminer

Kaminer
Wladimir Kaminer Foto: Silje Riise Naess

Privat ist er Russe, beruflich ist er Schriftsteller. Er hat Kinder und Familie – wer schon mal etwas von Wladimir Kaminer gelesen hat, weiß das, denn er schreibt über einfach alles, was sein Leben farbig macht und durcheinanderbringt.
Kaminer ist seit 1990 in Deutschland und hat die Berliner Lesebühnen-Szene miterfunden: Geschichten aus dem Leben, saloppe und humorvolle Stories, oft genug so skurril und dabei realitätsnah, dass es leicht fällt, in eine „Kaminer-Welt“ abzutauchen und sich dabei seltsam pudelwohl zu fühlen. Kaminer hat auch als Toningenieur und  Dramaturg gearbeitet und neben der naturgemäß einsamen Tätigkeit als Autor immer darauf geachtet, dass das Nachtleben nicht zu kurz kommt: Die berühmten Berliner „Russendiskos“ gehen mit auf seine Initiative zurück.
Nach beinahe zwanzig Büchern voller herrlicher Geschichten über sein Leben und seine Jugend hinter dem eisernen Vorhang, über Schrebergärten und Verwandtenbesuch, über Berlin und seine Lesereisen durch ganz Deutschland präsentiert Wladimir Kaminer jetzt im Rahmen der Kinder- und Jugendliteraturtage in Heilbronn sein Buch „Coole Eltern leben länger“. Wladimir Kaminer ist beim Thema Pubertät außerordentlich entspannt. Schließlich erzieht er nur in absoluten Notfällen und hält sich ansonsten an das russische Sprichwort „Wer wenig weiß, kann länger schlafen“.
Er weiß also möglichst wenig, aber ein wenig weiß er schon: Ruft eines seiner beiden Kinder an, kann das nur bedeuten, dass eine Katastrophe passiert ist. Ruft es nicht an, kann das nur bedeuten, dass eine Katastrophe passiert ist. Läuft es zu lange draußen herum, ist mit Problemen zu rechnen. Sitzt es zu Hause, ist es nicht zu ertragen. Es kann innerhalb einer Stunde per Facebook alle Freunde verlieren und wieder finden.Und natürlich hat es zu allem eine andere Vorstellung als die Eltern.
Trotzdem scheinen neuerdings weniger seine Kinder als die Katzen den Familienfrieden zu gefährden: Sie haben offenbar eine Flasche Cognac ausgetrunken, Wladimirs
Zigarren aufgeraucht, idiotische Spiele auf seinen Laptop geladen, und gelernt, den Kühlschrank zu plündern. So berichten es die Kinder. Wladimir wird wohl mal ein ernstes Wort mit den Tieren reden müssen.

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